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Chronik der Familie
Nepaur aus Policka
von MUDR./Univ.Prag Robert Kovarik,
geboren Ilja Nepauer zpìt na èást 1 Aus dem Leben von Martin Noypaur
( cca 1510
– 1585? ) (Návaznost
na rody: Neubauer, New Pauhr, Neupawer, Noypaur, Nepaur, Nepauer, Farla,
Simek) Aus der
Anonymität der Geschichte taucht jetzt allmählich die konkrete, aus der Stadt
vertriebene Patrizierfamilie unseres Stammes Nepauer auf, die als eine der
wenigen, noch fortbestehenden, assimilierten Familien der deutschen
Kolonisten, der Gründern von Policka, noch übrig blieb. In den
deutschen Dörfern, die eine eigene freie Rychta haben und also nicht zu den
Untertanen Dörfern gehören, lebten zu dieser Zeit noch mehrere Familien mit
phonetisch identischen Namen auf der Basis „Neubauer“. Wir glauben, dass es
sich hier um zwei Gruppen unserer Verwandten handeln kann: 1. Um primäre
Niederlassung unserer Vorfahren, den ersten deutschen Siedler, die sich
wahrscheinlich direkt in Blumenau (Kvetná) um 1265 niederließen und dort die
ganze Zeit geblieben sind.. Diese Verwandte sind also in einem rein deutschen
Sprachraum geblieben und deshalb wurden ihre Namen nicht phonetisiert,
sondern bis diese Zeit immer korrekt geschrieben (NEUBAUER). Von dieser Linie
hat sich irgendwann früher unser Nepauer-Zweig abgespaltet und in die Stadt
Policka (resp. nach ihrer Vertreibung in den oberen Vorort) umsiedelte 2. Um sekundäre
Niederlassung mehrerer Seitenlinien unseres Stammes, die zwischenzeitlich,
ähnlich wie wir, bereits in der vorhussitischen Stadt Policka wohnten, jedoch
nach der Vertreibung von Hussitten1397 ihren Schutz wieder bei den Verwandten
in den deutschen Dörfern suchen mussten. Diese Verwandte hatten also eine
Phase der Phonetisierung in tschechischem Sprachraum (also in der Stadt
Policka) hinter sich und deshalb wurden ihre Namen auf typischer Weise phonetisiert (NEW PAUHR,
NEYPAUR, NEUPAWER, NEPAUR). Unsere Name
wurde ja ebenfalls als NOYPAUR phonetisch geschrieben um es (fast) korrekt
deutsch auszusprechen. Daher
werden, die uns bekannten Informationen aus den deutschen Dörfern, ebenfalls
in unsere Chronik eingebettet, ohne dass hier ein direkter Nachweis einer
Verwandtschaft je gebracht werden kann. Das
Protestantische war den damaligen Noypaurs sicherlich fremd, weil sie in
einer treuen, katholischen Tradition seit 250 Jahren geboren und erzogen
wurden. Der Stamm Neubauer (Nepauer) hat sich ja eine neue Heimat, Eigentum
und guten Ruf während der ersten 150 Jahren nach ihrer Ankunft in Policka
erworben. Die Noypaurs erinnerten sich noch gut auf die alten guten Zeiten
des Aufbaus und Kämpfen um die Stadt, die jetzt in ihren Erzählungen fast
frei von Beschwerlichkeiten wiedergegeben wurden, zumindest im Vergleich zu
dem, was danach folgte: Die Anfänge
waren sicherlich sehr schwer. Die katholischen deutschen Ostkolonisten
müssten eine echte mühsame Pionierarbeit in dem damaligen Urwald leisten. Um
so schwerer haben sie darunter gelitten, dass sie dann, nur auf Grund ihres
Glaubens, um die Früchte ihrer Arbeit von den Hussitten gebracht wurden. Ihre
Vertreibung aus ihrer erbauten Stadt von den militanten Evangeliken mussten
sie deshalb damals als eine sehr große Ungerechtigkeit empfunden haben. Die
religiösen Probleme in fernem Prag, wo alles begann, interessierten die
Menschen in der relativ ruhigen Policka nicht sonderlich. Sie waren noch viel
zu viel mit der Aufbau ihrer Stadt beschäftigt. Die hussitischen Unruhen,
Kriege, Plünderungen, Morde, das alles kam für unsere Vorfahren viel zu
plötzlich. Es war wie ein gewaltsamer Einbruch in ihre Welt. Das
Protestantische hatte sich nach der damaligen Meinung meiner Vorfahren in der
darauffolgenden Zeit nicht bewährt. Es führte ja nur zur Aufruhr gegen die
altbewährte Ordnung, zur Zerstörung der Lebensgrundlage vieler Familien und
Menschenleben und zur politischen Isolation von Böhmen in der restlichen
Europa, ja sogar zu mehrfachen, internationalen, militärischen Strafaktionen
gegen das gebeutelte Land. Die
verstoßenen Katholiken trafen sich damals wie eine verschworene Minderheit
zusammen und unterstützten sich gegenseitig in ihrem Glauben so, wie es
Jahrhunderte später wiederum die Evangeliken tun werden. Etwa in diesem Jahr 1510
wurde Martin Noypaur geboren. Martin
Neubauer wurde irgendwann um 1510 oder
sogar noch früher geboren. Sein Geburtsjahr konnte ich leider nur sehr grob schätzen.
Die Matriken wurden ja erst 150 Jahre später gegründet. Doch die notariellen
Urkunden über die Erbschaften unserer Vorfahren geben uns bis in diese alte
Zeit eine Auskunft über die Generationsabfolge, insbesondere, weil es sich
dabei auch um eine Vormundschaft handelte. Dann lassen sich die Geburtsjahre
aller festgehaltenen Generationen unter der Einbeziehung des typischen
Generationsabstands wenigstens sehr grob, doch logisch vermuten. Man nannte
den Martin Neubauer bereits „Noypaur“. So ähnlich klang
nämlich den Tschechen sein ursprünglicher Namen „Neubauer“ und so phonetisch
wurde er in den amtlichen Dokumenten von den tschechischen Schreibern später
eingetragen. Den einerseits kannten die tschechischen Schreiber kein
richtiges Deutsch mehr, andererseits wurden die deutschen Namen unter dem
König Jirí von Podebrady schon seit 1458 absichtlich phonetisiert. Martin und
seine Familie mussten also damals noch als religiös Verstoßene aus Policka
auf Grund ihres katholischen Glaubens wahrscheinlich am oberen Vorort (in der
heutigen Druzstevní –Straße Nr.137 ?) leben. Das taten sie schon etwa 113
Jahren. Nach der Eroberung Policka von Zizka wurden ja alle Katholiken aus
der von ihnen erbauten Stadt unter dem protestantischen Druck schon 1397
vertrieben. Am oberen
Vorort, in unmittelbar Nähe von ihrer Stadt, ihrer einzigen Heimat, bauten
sich meine Vorfahren damals ein befestigtes Haus mit meterdicken Kellerwänden
(die heute noch teilweise sichtbar sind) auf ihrem Grundstück, weil sie als
Nicht-Evangeliken nicht mehr auf den Schutz in den Stadtmauern der nunmehr
rein hussitischen Stadt hoffen dürften. Nur während
der Belagerungen der Policka von den katholischen Kreuzrittern wurde ihnen
vielleicht doch noch einen gewissen Schutz in der Stadt erlaubt (anders
gesagt, sie wurden wegen ihres Glaubens vorsorglich interniert) oder sie
wurden zu den notwendigen Befestigungsarbeiten als Arbeitskraft einfach
zugezogen. Eine Waffe wurde ihnen wahrscheinlich nicht anvertraut, weil sie
als Katholiken gegen Katholiken kämpfen müssten und man traute ihnen hier
sicherlich kaum. Häufiger suchten sie ihre Rettung in dem Wald oder in den Dörfern,
je nach der Situation und nach der Stimmung in der Stadt, weil man sich vor
den verwilderten Soldaten jeder Seite, auch der eigenen, fürchtete. Den
Katholiken war also die Stadt zum Wohnen grundsätzlich gesperrt und auch
sonst wurden sie von den Hussitten mehr oder weniger nur geduldet. Den
Noypaurs kam sicherlich zu Gute, dass sie seit 300 Jahren zu den
Altansässigen gehörten und inzwischen einige Freunde auch unter den
Evangeliken fanden. Sonst könnten sie diese Zeit als Familie nicht
überstehen. 1510-1511 Die
jahrelange Kämpfe mit Türken dauern bis 1512. Am 10.März
wurde Ludwig zu neuem Markgraf in Ölmütz gekrönt. König Vladislav reiste nach
Ungarn. Währenddessen regierten in Böhmen 24 Regenten unter der Leitung des
Petr von Rosemberg. Unter harten Strafen wurde verboten kurze Schusswaffen zu
tragen. Nur lange Gewähren zur Verteidigung waren noch erlaubt. Der König
flüchtete vor der Pest in Ungarn nach Uherský Brod von Oktober bis
November des nächsten Jahres. 1512 Am 20.Mai
gab es einen Eintrag der Stadt Policka über die Bestätigung der
Solidargemeinschaft, über die Selbstständigkeit ihrer Gerichte usw. Der
aktuelle Desaster der Stadtfinanzen bewegte die Ratsherrn von Policka
zu einem besonderen, peinlichen Schritt: Die verarmte Königsstadt Policka
fühlte sich gezwungen in anderen Städten mit Hilfe von Bitt-Bescheinigungen zu
betteln. Sogar die Bürger in dem weit entferntem Jindrichuv Hradec
schenkten "den Bettlern aus Policka" mehr als 10 Kop
"Grosu". 1513 Am 19. Mai
wurde ein ständiges Komitee von den Städten gewählt. Am 28.6.
wurde eine große Tagung des gesamten städtischen Standes einberufen.
Aus jeder Stadt mussten mindestens 2 Schöfe und 2 "Obecní"
erscheinen. Es wurde ein Manifest des städtischen Standes verabschiedet und
auch einer Verbindung mit dem schlesischen Fürst Bartholomäus wurde
zugestimmt. Es folgten
schriftliche Verhandlungen mit dem König, der nur sehr ausweichend handelte.
Am 12.10. fuhr deshalb eine Delegation der Städte zum König nach Ungarn um
mit ihm persönlich zu sprechen. Dort kam es zu einer sehr aufgeregten
Verhandlung mit Ladislav. Er gab schließlich eine Erklärung ab, dass er an
die vermeintliche Verschwörung der Städte nicht glaubt und dass er seine Hand
nach wie vor schützend über die Städte hält. 1514 Fürst
Bartholomäus diskutierte die Frage der städtischen Rechten mit der Frage des
Königsrechts und der Königsmacht zusammen, um den König aus dem Einfluss der
Aristokratie zu lösen. Der König wurde in diesen Tagen eigentlich nur zu
einem Häuptling degradiert. In Ungarn
kam es zur Aufruhr von Kreuzrittern. Auch die Städte stellten nun ihre
eigene Armee gegen ihnen unter der Führung von Bartholomäus auf, was
jedoch die argwöhnische Aristokratie verärgerte, die dafür lieber den Lev von
Rozmital bevorzugen würde. Es wurde
ein Vertrag zwischen dem König Vladislav und dem städtischen Stand
geschlossen. In ihm versprachen die Städte, die königliche Macht im Lande
erneuern zu helfen. In Prag wurden zwei Ratsherren hingerichtet, die diese
geheimen Verhandlungen mit dem König an die Aristokratie verrieten. Neue
Verhandlungen bei dem Landtag in Budín wurden dann am 27. November geführt.
Dort kam es zu Bestätigung der Landesplatten und der städtischen Rechte. 1515 Der
unglückliche Fürst Bartholomäus ertrank kurz danach in Donau, zusammen mit
dem mährischen Heitmann Jan aus Lomnice. Am 13.3. starb auch der König
Vladislav. Die
Situation spitzte sich zu. Die Stadtrechte wurden ohne der Hilfe des Königs
erneut bedroht. Die Armeen beider Stände standen schon in Waffe gegenüber.
Doch am Feiertag des Hl. Václav wurde wieder ein Frieden unter den zwei
Ständen vereinbart. Ludvík
Bald darauf
erteilte der neue König Ludvík der Policka ihre neuen Zollrechte. Die Stadt
dürfte folgende Gebühre verlangen:: 1 "Gros" für Pferde in Wagen
angespannt, 1 "Gros" für einen weiteren
angebundenen Pferd, 1 "Gros" von einem Ochsen, 2 "Gros" von 1 Kufe Salz, bis 1
Meile vor der Stadt. Diese Zoll
mussten alle Menschen mit Ausnahme von Priestern, adligen Herren und Rittern
zahlen. Somit sollte die Stadt ihre Kriegsschäden reparieren. 1516 Das
Joachymstal wurde entdeckt. Silberminen blühten auf. Aus dem Namen des
berühmten Talers entstand später der amerikanische Dollar. Neue Pest im Lande
brachte wieder viele Tote. Es kam zu
neuem Streit zwischen den freien Städten und den adligen Herren. Neue Kämpfe
mit den türkischen Armeen des Suliman I. flammten auf. Diese
Kriegsausgaben haben die Städte finanziell erschöpft. "Wehe
einem Reich, das vom Kind regiert wurde!". Am Landtag
28.4.-11.5., der über das
Bierbrauereirecht einberufen wurde, kam es zur Verschärfung der bestehenden
Standeskonflikten: Die Aristokratie bestritt dem jungen König Ludvík auch
sein Recht einen Landtag einzuberufen. Am 12.12.
wurde der Kaiser mit dem polnischen König dem jugendlichen Ludwig zu
Vormunden bestimmt. Bei den Feierlichkeiten schenkten die kaiserlichen
Gesandten ihre Gunst mehr der Aristokratie als den bürgerlichen Städten. Die
gekränkten Städte sagten daher ihre weitere Teilnahme wegen der
Ungleichbehandlung ab. Es wurden neue Steuer für die königlichen Schulden
erlassen. 1517 Ein Krieg
zwischen den Ständen rückte schon näher. Am 28.9. wurde die
Gerichtsbarkeitszuständig-keit nach den Zuständigkeiten der Realitäten
geregelt, die grundsätzlich von dem eigenen Stand entschieden werden sollte,
unabhängig davon, auf welchem Gebiet sich die strittige Sache befand oder die
Tat ereignete. Jeder Stand sollte also nur von seinem eigenen Stand gerichtet
werden. Die Märkte wurden frei. Die Dritte Stimme der Städte blieb
unangefochten. Das Tragen einer Schusswaffe wurde verboten. Policka
erhielt das Bierbrauerei-Recht für 113 Häuser. Ihre Eigentümer dürften
nicht nur das Bier brauen, sondern auch Schnaps brennen und es zusammen mit
dem Wein verkaufen. Katastrophal
wirkte sich ein Vertrag zwischen den Städten und den Herren aus, der über die
Freiheit des Bierbräu und der Märkte für das Adel beschlossen wurde. 1519 Neue
religiösen Unruhe infolge des Einflusses von J. Luther flammten auf. 1520 Am 6.
Januar lehnten die Städte und viele Aristokratie jegliche weitere Steuer für
etwaige Königsschulden ab, solange keine Präventivmaßnahmen beschlossen
werden um sie zu verhindern. Eine neue
Pest tobte in Prag. Täglich zählte man in der Hauptstadt etwa 150 Toten.
Die Pest breitete sich dann im Lande, vor allem im Westen, noch bis das nächste
Jahr. Neue
Standeskonflikte verschärfen sich. Der Krieg zwischen Ständen drohte wieder
aktuell zu werden. Die Macht der Gerichte war zu schwach. Das
Gewaltverbrechen nahm zu. Ruhe und Sicherheit gab es kaum. Die Übeltäter
waren meist der aristokratischen Herkunft (Nach den Worten des Lev, des
höchsten "Purkrabe"). König Ludvik weilte ständig in Ungarn. Die Städte
wehrten sich der Gewalt der Adligen durch eine neue Versammlung in Prag.
"Gott ist hoch und der König ist weit." Deswegen haben die
Städte beschlossen, ihre Rechte in eigene Hände zu nehmen. Der König sollte
aber wenigstens einen Gouverneur in das Land schicken, der die Streifragen
entscheiden sollte. Am 23.
Oktober gab es der erste Kriegszug der Städte mit ihrer Infanterie,
Reiterei und Kanonen gegen die raubritterischen "Tochovci". Die
gefangenen Raubritter wurden dann in Prag inhaftiert. Auf ihrer Burg fand man
das gestohlene Ware. Ihre Festung wurde deswegen zur Strafe zu Ruin gemacht
und niedergebrannt. Ihr Vieh wurde den Bauern verschenkt. Ähnlich verfuhren
die Städte auch mit anderen Raubrittern in Prachen. Raubritter an Janovice
mussten lange belagert werden. Die Bauern halfen dabei den städtischen
Armeen. Janovice wurden schließlich vernichtet. Man fand ausreichend Beweisen
für ihre Schuld. 1521 Am 6.
Januar tagte eine gemeinsame Versammlung der Städte und der Aristokratie. Die
Schuldigen wurden verurteilt und hingerichtet. Erneut wurde beantragt, dass
der König in das Land kommen möge. Neue Kämpfe
mit Türken unter dem Suliman I. brachten wieder viel Leid ins
Land. Damals drohte dem Böhmen von den Türken die größte Gefahr überhaupt.
Die Lage war prekär. König
Ludvik heiratete in diesen Tagen die Anna aus Ungarn und Böhmen. Doch schon zwei
Tage danach, am 11.7. musste er in den Kampf gegen die türkische Streitmacht
ziehen. Die Türken wollten das ungarische Königtum erobern. Intrigen in
Ungarn gegen Böhmen und Deutschen vergifteten die internationale Stimmung. König
Ludwig kam endlich mit einem Festzug über Mähren nach Prag. Dort wurde die
Königin gekrönt. Die Spannung zwischen dem König und Aristokratie vergrößerte
sich. Die Städte übergaben dem Ludwig eine Schrift, in der alle ständischen
Rechtsverletzungen niedergeschrieben wurden. 1523 In Policka
gab es ein verheerender Großbrand, der den überwiegenden Teil der
Stadt vernichtete. Anstatt der verbrannten gotischen Häuser baute man sie
wieder im Stil der Renaissance. Überall im
Lande flammten neue religiöse Unruhen auf. Die türkische
Armee des Soliman I. eroberte Belgrad und Rhodos und bereitete sich nun zu
einem noch größeren Krieg gegen Europa vor. In Ungarn gab es Unruhe, in
Böhmen Intrigen. Am 23. 4.
stießen 3000.000 Türken nach Ungarn vor. Die Tschechen und die Mähren
kämpften mit dem König in den ersten Linien. Die militärische Verstärkung aus
Prag wurde aber absichtlich viel zu spät abgesandt. So verteidigten sich nur
insgesamt 25.000 Kämpfer gegen die riesigen türkischen Übermacht bei Muhacov.
1526 Am 29.
August kam es zu einer entscheidenden Schlacht, in der Soliman I. siegte. Am
Rückzug aus dem Kampf ertrank der nur 20-jähriger König Ludvik qualvoll im
Schlamm des Donaus bei der Überquerung des Flusses. In Oktober verließen die
Türken wieder Ungarn. Ferdinand
Zum neuen König
wurde Ferdinand, ein Habsburger und Ehemann der ersten Tochter des böhmischen
Königs Vladislav, gewählt. Seine erste Regierungszeit wurde mit Kämpfen gegen
die Türken ausgefüllt. Die Türken
bezahlten eine große Zahl von Brandstiftern, die sich in unauffälliger
Verkleidung als Bettler und Hirten im Lande frei bewegen konnten und eine
ganze Reihe von vernichtenden Bränden
in Böhmen verursachten: 1532 Písek,
Tábor und Strakonice verbrannten. 1535 Etwa in diesem Jahr wurde Vondra
Noypaur geboren, Sohn vom Martin Noypaur. 1537 Etwa in diesem Jahr wurde
Adam Noypaur geboren, Sohn vom Martin Noypaur. Die Hälfte
von Aussig verbrannte. 1538 Etwa in diesem Jahr wurde
Jokl Noypaur geboren, Sohn vom Martin Noypaur. 1540 Etwa in diesem Jahr wurde
Jíra Noypaur geboren, Sohn vom Martin Noypaur. Auch Policka
wurde erneut verheerend und völlig durch das Feuer vernichtet. Danach bat
der Purkmister die Königin um die Schenkung der Steuer für die kommenden 8
Jahre, wie es schon der König Vladislav früher tat. In ihrem Brief meldeten
sie "unterwefenst den traurigen Unfall, dass in früheren Jahren durch
Gottes Wille Policka total verbrannte, ebenfalls der Dom so verbrannt wurde,
dass von ihm kaum eine Spur in der Stadtmauer blieb. Und wieder vor kurzem
wurde die Gemeinde erneut vom Feuer verzehrt, weswegen wir, die Bürger, in
die größte Armut geraten sind." Der Unterkämmerer selbst hat sich
überzeugt, dass "die Stellen, wo früher menschliche Unterkünfte
standen nun öde sind und dass die Mauer und Tore der Grenzstadt
reparaturbedürftig sind." Als
Ferdinand ein Katholik, einen neuen Kriegszug zur Unterstützung seines
Bruders Kaiser Karel V. gegen dem Jan Friedrich, dem Herzog von Sachsen,
vorbereitete, reagierten die Herren und die protestantischen Städte
absichtlich unfreundlich und mit passiver Resistenz. 1542 Etwa in diesem Jahr wurde
Dorota Noypaurová geboren, Tochter von
Martin Noypaur. 1544 Etwa in diesem Jahr wurde
Benes Noypaur geboren, Sohn von Martin Noypaur. 1546 Am 23.10. beklagte
sich Ferdinand deswegen und befahl erneut unter der Androhung von einer
Strafe den Städten die vorgeschriebene Menge an Reiterei und Infanterie
sofort bereitzustellen. Danach
wurde von den Kreisheitmannen des Kreises Chrudim eine Tagung ausgerufen. Es
kamen aber nur Vertreter von Chrudim und Policka, drei Ritter und nur ein
adliger Herr Vilem aus Valdstein. 1547 Ferdinand
erlitt mehrere militärischen Niederlagen im Reich und brauchte nun seine
böhmische Reserve in den Kampf zu werfen. Sein Befehl an die böhmischen
Stände, sich unverzüglich bei Litomerice zusammenzutreffen um ihm im Kampf
gegen die protestantischen Sachsen zu helfen, blieb ohne Wirkung. Der im
Stich gelassene und gedemütigte Ferdinand musste nur mit den wenigen Soldaten
ins Feld ziehen, die ihm noch verblieben waren. Die Bürger
von Policka erschraken zuerst von den Androhungen des Königs und sie wagten
es nicht, ihre "Draben" aus dem Feld zurückzuziehen, wie es von
ihnen die protestantische Solidargemeinschaft der Städte verlangte. Doch
danach beugten sie sich der Mehrheit der Städte doch und sie traten dem
städtisch-adeligem Bund gegen dem König mit ungutem Gefühl bei. Es wurde
damals ein Umsturz im Böhmen geplant. Sobald
Ferdinand das Land verließ, brach einen Aufstand gegen ihm in Prag,
wohin sogar nun auch die protestantischen Vertreter kamen. Das Ergebnis der
Tagung der Verschwörer war, dass die angesammelte Armee nun gegen dem König
selbst angewandt werden soll. Ferdinand
geriet dadurch in große Bedrängnis. Er bemühte sich vergeblich die Einheit
der Städte (mit Ausnahme von Pilsen, Budweis und Aussig) aufzulösen. 1548 Etwa in diesem Jahr wurde
Tomás Noypaur geboren, Sohn von Martin Noypaur. 1550 Matous Noypaur , unser
Stammhalter, Sohn von Martin Noypaur wurde geboren. In
Deutschland blieb der Ferdinand nun nur ganz auf sich gestellt. Als er dann
durch sein militärisches Geschick aber doch die militärische Oberhand gewann,
versuchten die aufgeschreckten böhmischen Stände mit ihm zu verhandeln. Das
lehnte der siegreiche König jetzt ab. Statt dessen schrieb er alle Städte zu
seinem Gericht am 1.7. an, wo er die Personen strafen wollte, die gegen ihm
verstoßen haben. So war es
auch: Mit der größten Strenge ging er dabei gegen die verräterischen
Königsstädte und er zerschlug ihre politische und wirtschaftliche Bedeutung.
Als Geisel mussten neben den Schöfen auch eine Anzahl von vornehmsten Männer
aus einer jeder Stadt kommen. Am 21. Juli
standen also zehn bedeutendsten Bürger aus Policka vor dem königlichen
Gericht in Prag. Es waren: Der Bürgermeister Václav Vachar, die Ratsherrn Jan
Vorísek, Jan Hrebec, Jirí Sklenár, die Ältesten Martin Brezovský, Benes
Forman, Petr Morávek, Mikulás Borovský, ferner Matous Petru und Petr Vachacu.
Sie waren gezwungen alle städtische Privilegien, Zunftfreiheiten und
Schußwaffen unverzüglich abzugeben. Die Policka wurde verurteilt, sich an der
Gesamt-Strafe (74.000 Kop) mit 1.000. Kop Grosu zu beteiligen. Das Bußged
mußte sofort gezahlt werden. Solange dies nicht geschah, blieben die Geisel
in Haft. Zur
Aufsicht über das Geschehen in den Städten wurde ein neuer Amt des
Kaiserlichen Schultheißen bestimmt. Dieser Amt entwickelte sich zur
Obrigkeit mit fast uneingeschränkter Macht. Danach tagte der Kaiserliche
Schultheiß mit dem Bürgermeister zusammen und er beobachtete alle
Entscheidungen, damit dem König kein Schaden entstand. Für den
24.8. rief Ferdinand einen Landtag zusammen. Zu seinem Beginn wurden zur
Abschreckung der widerspenstiger Böhmer vier ihre Anstifter am Burgplatz von
Hradcin hingerichtet. Am 1.8.
wurde Policka noch weiter bestraft: Ihr Eigentum, ihre Dörfer, wurden
konfisziert. Es handelte sich um die Dörfer: Nedvezí, Telecí, Oldrís,
Kamenec, Trhonice, Modrice, Sedliste, Sádek, Mor, Rybná, und dann noch um
Immobilien in Korouhev, Siroký Dul, und Radimer. Sie wurden dem Burg
Rychnburg zugeteilt. Dieser Schaden betrug 100.000-150.000 Kop
"Grosu". Somit wurde
das Stadtleben jäh unterbrochen: Keine städtischen Ausgaben, Priester,
Schulen, Spital, konnten mehr bezahlt werden. Bald danach wurden demütige
Bittbriefe an den beleidigten König von den Stadtbürgern geschrieben. In seinen
Briefen von 21.9. und 29.9. hat Ferdinand ein Teil des konfiszierten
Eigentums der Kirche zurückgegeben. Gegen den weiteren Bitten blieb er aber
zuerst stur. Erst 1549 wurden einige Dörfer, Wälder, und Teiche für die
Unterhaltung der Priester, der Gottesdienste und des Spitals, sowie für
Wasserversorgung des Viehs und der Stadt, zurückgegeben. Auch einige der
beträchtlichen Zollgebühren wurden wieder freigegeben. 1550 war ja Policka
unter den 49 Orten, in denen es Zoll-Stationen im Grenzgebiet errichtet
wurden. Die Policka
bat den König um die Freigabe von ihren weiteren Gemeinden. Der Herr am
Svojanov Vaclav Zehusicky verschlechterte der Policka ihre Lage, indem er
seinen Leibeseigenen verbot, die Stadtmärkte zu besuchen und dort das Bier zu
kaufen. Am 10.2.1553 beklagte sich der neue kaiserliche Schultheiß Martin
Plachý über den Herr von Svojanov. Der gerechte König hat den Zehusicky zwar
angemahnt, doch der ließ sich dadurch nicht beeindrucken. Im Brief
vom 24.8. mahnte der Kaiser, dass man eine Verheimlichung von Pflichtsteuer
und Zinsen von den konfiszierter Dörfer feststellte und er forderte die
Ermittlung der Schuldigen. 1552 Etwa in diesem Jahr wurde Anna
Noypaurová geboren, Tochter von Martin Noypaur. Als dies
nichts nutzte, wurde Ende 1552 eine Volkszählung aller Untertanen der
Policka in allen ihren 12 Dörfern angeordnet. Die Mitglieder des
Königsrates Krystof Skuhrovsky aus Skuhrovec und Popovic sowie Baltazar
Cesvic aus Bertsdorf besuchten einen jeden Leibeseigenen, sie notierten sein
Eigentum und schrieben der Stadt eine Steuer vor. Dies brachte dem Land
beträchtliche Erhöhung der Einnahmen. Die unehrliche Policka wurde auch
später auf die Anordnung des Kaisers strengstens kontrolliert. Am 24.8.
wendeten sich auch Purkmister, Schöfe und die Ältesten an den Kaiser mit der
Feststellung, daß "die Bewohner der Stadt in großer Armut und
Entbehrungen leben." (Erst nach
10 Jahren, 1558, wurden die Bitten erhöht und alle konfiszierte Dörfer
zurückgegeben unter der Bedingung der Zahlung von 750 Kop Lösegeld. Bereits
am 12.12. denselben Jahres wurde diese Summe bezahlt: Es haben sich alle
Bürger der Stadt daran beteiligt: Die Bürgerinnen verkauften dazu auch ihre
Daunendecken und Kleider. Sieh dazu die besondere Notice!) Diese seine
Entscheidung begleitete der Kaiser mit einem Brief in dem er schrieb, dass er
nach der Bestrafung der Anstifter des Aufstandes nun ein großes Mitleid mit
der Stadt Policka fühlt, deshalb vergibt er ihnen alles und nimmt sie wieder
in seinen Schutz. 1554 Etwa in diesem Jahr wurde
Gedruta Noypaurová geboren, Tochter von Martin Noypaur. Der König
beabsichtigte die Stadt Pardubice einzukaufen und verlangte dafür eine
Leihgabe von den Königsstädten. Nach dem Feiertag der Hl. Lucie kam ein
königlicher Bevollmächtigte auch nach Policka um dort darüber zu verhandeln.
In seinem Abschlußbericht teilte er mit, dass " in dieser Stadt
eine große Armut herrscht, weil sie hinfällig gebaut ist und das Volk mehr
Bauern als Stadtbürgern ähnelt..." Die Stadt konnte nicht alle
ihre Verpflichtungen zahlen, unter anderen auch noch zusätzliche Gebühren für
den Heitmann und Angaben für den wieder bevorstehenden türkischen Krieg. 1564 Am 25.7.
starb Ferdinand, der sich inzwischen viel Respekt verschaffte. Er wurde mit
allen Ehren bei der Anwesenheit von Vertretern aller Stände am 10.8.
beerdigt. Der neue böhmische König hieß Maxmilian. Maximilian
Es war klar,
dass es bald ein neuer Krieg mit den Türken geben muss. Durch immer neue
Kriegssteuer wurde die ganze Bevölkerung hart betroffen. Von den Städten
wurde viel Geld verlangt: Geld für Waffen, Geld für Munition und Geld für
Transporte des Kriegsmaterials. Am 24.4.
meldete Policka, dass die Stadt ihr "Schießzeug und Rüstung"
bereits dem Ferdinand (1547) abgeben musste und dass die Bürger nur kurze
oder lange Flinten sowie Ausrüstung für zwei Kerle haben. Policka konnte nur
zwei Reitpferde und 20 Zugpferde für Wagen liefern. Am 3.6.
wurde angeordnet, die gemeldeten Pferde und Wagen nach Prag zu schicken, wo
Schießpulver und Bleikugeln geladen werden sollten. Am 10.6.
antworten Bürgermeister und Ratsherren, dass sie die Anforderung gerne
erfüllen würden, dass sie jedoch " mit solcher Eile nicht gerechnet
haben". Die Wagen wurden zum Transport von Kutschen nach Wien
geschickt und die Pferdelenker waren noch nicht zu Hause. Es war mit ihrer
baldigen Rückkehr auch nicht zu rechnen, weil sie erfahrungsgemäß von Wien
noch anderswo geschickt werden, um die weite Fahrt besser zu nutzen. Trotz
dieser ordentlichen Begründung musste die Stadt für weitere sechs verlangten
und nicht abgeschickten Pferde ein Bußgeld in Höhe von 14 Goldener
Rheinischer monatlich zahlen. Die Gebühr wurde aber nicht bezahlt. Am 3.12.
wurde die Schuld angemahnt, dann folgten weitere Mahnungen und schließlich am
22.2. schuldete die Stadt insgesamt 126 Goldener. Am 23. Juli
verlangte der Kaiser 3.200 Zugpferde von Böhmen, "weil die Türken schon
Schlösser im Grenzgebiet eingenommen hatten und man musste das Schießen gegen
ihnen verstärken". Obwohl dafür eine gute Belohnung versprochen
wurde, beeilten sich die Polizenser mit dem Abschicken der Wagen nicht, weil
sie diese Geräte für die nahe Ernte selbst brauchten. 1572 Jakub
Noypaur, Sohn von Matous Noypaur, wurde wahrscheinlich jetzt geboren. 1574 Etwa
in diesem Jahr wurde Anna Noypaurová geboren, Tochter von Matous Noypauer. 1580 Etwa
in diesem Jahr wurde Noypaurová geboren, Tochter von Matous Noypauer, später
verheiratet mit Farla. Ondrej Noypaur, Sohn von Vondra Noypaur, wurde geboren 1584 In der Stadt Policka standen 129 Häuser. Zwischen ihnen,
in den ehemaligen Gärten, wurden noch 73 "Chalup" erbaut. Weitere
Vergrößerung der Stadt war nur in den Vororten möglich. Dort standen 41
Häuser und 43 "Chalup". 1585 Thomas erwarb 1585 ein Grund in Größe von 60 Prutu von
seinen Brüdern und Schwestern. 1586 Benes Noypaur, Sohn von Martin Noypaur, heiratete
dieses Jahr die Dorota aus Skutec. Vondra
Noypaur, Sohn von Martin Noypaur, übernimmt den väterlichen Grund. Martin Noypaur starb. Martin Noypaur, Besitzer von einem großen Hof und Grund starb. Der väterliche Grund übernahm Adam Noypaur. Noch in diesem Jahr wurde den Grund an Vondra Noypaur übe |